6.3 Statistisches zur Werkstattproduktion im Vergleich zu zeitgenossen

Zwischen der Ersterwähnung Friedrich Wilhelms als Orgelbaumeister im Jahr 1815 und 1897, dem Ausscheiden August Ferdinands aus dem Berufsleben, entstanden in 82 Jahren der Werkstattproduktion rund 100 Neubauten. Die Zahl richtet sich nach den selbst gemachten Aussagen der Orgelbauer. Bei der Gräfenhainicher Orgel (1844) handelt es sich um das 31. Werk Friedrich Wilhelms[1] und bei dem Neubau in der Georgenkirche in Halle (1862/63) um das 30. August Ferdinands.[2] Anhand der gefunden Orgeln würde, wenn mit den Opuszahlen Neubauten gemeint sind, eine Hochrechnung ca. 100 Instrumente ergeben, wovon 71 verifiziert sind und vier weitere noch untersucht werden müssen. Die fehlenden 25 Orgeln wurden entweder schon zerstört bevor sie inventarisiert werden konnten, oder schlummern teilweise noch unentdeckt ihren „Dornröschenschlaf“. Von den 100 Orgeln erbaute wahrscheinlich ca. 40 der Vater und ca. 60 der Sohn. 48 der 71 verifizierten Instrumente beider Wäldner sind erhalten. Im Verhältnis zu 100 angenommenen Neubauten entspräche dies einem Erhaltungszustand von fast 50% des Œuvres. 28 von den 71 recherchierten Instrumenten besitzen zwei Manuale, der Rest eins. Damit liegt der Schwerpunkt zu 1/4 bis 1/3 des Gesamtwerks auf der Produktion von einmanualigen Orgeln.

Ladegast errichtete zwischen 1838 und 1898 144 neue Orgeln.[3] Rühlmann konnte bis 1889 sein 100. Werk verzeichnen.[4] Somit befand sich die Wäldnersche Werkstatt bezüglich der Produktionsmenge etwas unter dem Niveau der Konkurrenz. Erst die industriellen Fertigungsmethoden, die August Ferdinand nicht übernahm, ließen viel höhere Produktionszahlen zu. Gerade bei Rühlmanns Werkstatt zeichnete sich dies schnell ab.

 

[1] Inschrift auf einem Holzbalkenteil von August Ferdinand Wäldner in der Paul-Gerhardt-Kapelle in Gräfenhainichen.

[2] Vgl. Euterpe, Jg. 1863, S. 83.

[3] Vgl. Brülls, Halle 2005, S. 77.

[4] Vgl. ebd., S. 153.

 

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