Halle / Dom (1851)

Der Bau des Doms – ursprünglich Dominikaner-Kirche – begann 1280. Die erste Weihe erfolgte 1283, wonach er 1330 fertig gestellt werden konnte. Die gotische Innenausstattung vermischte sich mit Elementen der Renaissance. Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545) veranlasste ab 1521 eine üppige Ausgestaltung des Raumes. Schon kurz darauf musste er aus kirchenpolitischen Gründen Halle verlassen. In den Jahren danach wechselten die Besitzverhältnisse öfter. Währenddessen gab es immer wieder Umbauten. So eine barocke Umgestaltung bis 1667 zur Hofkirche. Aus diesem Jahr stammte auch die Vorgängerorgel von Christian Förner. Er wurde besonders bekannt durch die Erfindung der Windwaage, mit deren Hilfe der Winddruck einer Orgel bestimmt werden konnte und die in dieser Orgel ihre erste Anwendung erfuhr. Seine Orgeln zeichneten sich durch Experimentierfreudigkeit und gutem Klang aus, die Dispositionen waren eher monotoner Art.[1] An diesem Instrument spielte noch Georg Friedrich Händel.[2] Um 1750 gab es in der Gemeinde Unternehmungen, das Instrument reparieren zu lassen. Hierzu lieferten verschiedene Orgelbauer der Stadt Halle und Umgebung Gutachten und Kostenvoranschläge. Darunter die bekannten Orgelbauer Christian Joachim, Christoph Zuberbier und Heinrich Andreas Contius, der den Zuschlag für die Reparatur erhielt.[3]

Ab 1842 standen neue Reparaturen an, für die Schulze und Wäldner Kostenvoranschläge lieferten.[4] August Wilhelm Bach prüfte beide Anschläge und sprach sich für Schulze aus. Dabei schwingt ein kritischer Ton zwischen den Zeilen mit:

„[…] Wird nun auch zugegeben, daß der Wäldner, der kein ungeschickter Mann sein soll, dieses Orgelwerk, nach dem gewohnlichen Urtheil, gut und brauchbar wieder herstellen würde, so möchte doch seine Arbeit mit der des Schulze, welcher seinen Orgelwerken eine ebenso gewaltige Kraft […] als Anmuth und Zartheit in den sanften Stimmen zu verleihen und so des Hörer in jeder Weise zu ergreifen weiß, keinen Vergleich aushalten, […] Kann ich mich hiernach unbedenklich für die Ausführung des Schulzeschen Anschlages und zwar durch Schulze entscheiden […], so trage ich doch in Rückblick auf den in Halle ansässigen Wäldner, dem bereits zwei dortige Orgelbaue entzogen sind, dem man aber doch, da er der einzige Orgelbauer in Halle ist, später vorfallende kleinere Reparaturen wird übertragen müssen, bedenken es zu thun, weil durch Entziehung dieser Arbeit, welche ihn zu größeren Leistungen ermuntern könnte, leicht dieses Mannes Renommée gänzlich untergraben und sein Muth gelähmt werden möchte […]“[5]

Aus dem Brief geht weiter hervor, dass Schulze vor hatte, einige neue Register einzubauen. Es hätte sich damit also um eine größere Reparatur gehandelt. Bach vermutet in Wäldner keinen ungeschickten Handwerker. Durch die letzten Zeilen stellt er ihm aber gänzlich ein Armutszeugnis aus, weil er ihn für einen schon fast untergegangenen Handwerker hält, dem er lediglich kleinere Reparaturen zutraut. Es klingt, als könne Wäldner keine größeren Orgeln bauen, und wenn er es täte, würde das Ergebnis so schlecht ausfallen, dass er in Misskredit geraten würde. Aber genau daran schien Bach zu arbeiten. In Hinblick auf den Neubau muss die Gemeinde anderer Meinung gewesen sein. Welche zwei Orgelbauten gemeint sind, die Wäldner entzogen wurden, kann nicht genau geklärt werden. Wahrscheinlich handelt es sich um den Neubau Schulzes in der Moritzkirche und den Umbau der Marienorgel in der Marktkirche, um die sich Friedrich Wilhelm erfolglos bewarb. Ob es überhaupt zu einer Reparatur des alten Werkes kam, geht nicht aus den Akten hervor. Außerdem wurde schnell klar, dass das alte Instrument größere Schwächen aufzeigte. Weil auch die Umstimmung vom Chor- in den Kammerton gefordert wurde, wären neue Windladen nötig gewesen.[6] Eine solche Überarbeitung schien zu teuer. August Gottfried Ritter regte daher einen Neubau an. Ab 1845 beschäftigte sich die Gemeinde mit diesem Gedanken, wofür Friedrich Wilhelm einen Kostenvoranschlag unterbreitete,[7] dessen Disposition Ritter genehmigte. Zwei Jahre darauf wurde am 12.7. der Vertrag von Vater und Sohn unterzeichnet.[8] Von den Kosten über 3600 Taler mussten die Wäldner 70 Taler nachlassen. Das Instrument sollte in den Kammerton der preußischen Hofkapelle gestimmt werden. Die Planung sah eine Fertigstellung im Jahr 1849 vor, was aber aus verschiedenen Gründen nicht eingehalten werden konnte. Durch die Revolution 1848 wurden einige Mitarbeiter zum Militärdienst eingezogen. In dieser Zeit erlitt Friedrich Wilhelm wahrscheinlich einen Schlaganfall. Die Urania spricht einerseits von einer Lähmung,[9] andererseits wirkt die Handschrift in den Akten über die Domorgel hier und da zittrig. Nach 1849 übernahm August Ferdinand die Korrespondenz. Der Bau konnte letztendlich durch diese Umstände erst am 14. April 1851 von August Ferdinand und dessen Onkel fertig gestellt werden.[10] Die Revision übernahm Ritter, der dem Instrument ein sehr gutes Zeugnis ausstellte. Die Orgel besaß 33 Stimmen, verteilt auf zwei Manuale und ein Pedal, die durch fünf Bälge mit Wind versorgt wurden. Das Gehäuse nahm den teils gotischen Stil des Doms auf (Abb. 14/15, S. 7/8).

„Das hölzerne Gehäuse und die Schauseite waren 1851 mit weißer Farbe gestrichen und poliert, die daran angebrachten Verzierungen (Weinlaubornamente und Schnitzerei) echt vergoldet. Die Vergoldung ist tadellos erhalten; die weiße Politur ist Ende des vergangenen Jahrhunderts durch schmutzig-grüne und verwaschen-rote Farbe überstrichen worden, die jetzt allenthalben abgewischt ist oder abblättert, sodaß das Weiß wieder durchscheint und die Orgel aussieht wie Masernkrank.“[11]

Schon 1874 wurde August Ferdinand von dem damaligen Domorganisten August Fahrenberger aufgefordert, einen Kostenvoranschlag über „Abtragung, Reinigung, Erweiterung und Vervollkommnung der Orgel in der Domkirche zu Halle/S.[12] zu liefern. Die Vervollkommnung sah den Umbau der Orgel sowie den Einbau eines dritten Manuals mit zusätzlicher Windlade und sieben weiteren Stimmen vor: Lieblich Gedackt 16’, Salicet 8’, Flauto dolce 8’, Aeoline 8’, Flauto dolce 4’, Gemshorn 4’, Violine 2’. Den Prospekt bzw. das Gehäuse wollte er links und rechts um einen Meter verbreitern und in der Höhe erweitern. Für den Wind der neuen Windlade schlug er einen Regulator mit Ventil vor, der für eine Wassersäule von 24° sorgen sollte. Wahrscheinlich beabsichtigte er die Verminderung des vorhandenen Drucks. Einen Regulator beschreibt schon Schulze für seine Moritzorgel.[13] Um den Untersatz 32’ noch mehr zur Geltung bringen zu können, wollte er die Seitenteile wegnehmen und ihn versetzen, im gleichen Zug die restlichen acht Bässe höher legen. An dem Kostenvoranschlag zeigt sich, wie sehr es August Ferdinand auf die Klangabstrahlung des Basses ankam. An anderen Orgeln experimentierte er ebenfalls an den Seitenteilen, um eine bessere Klangabstrahlung des Pedals zu bewerkstelligen.

Für den Umbau kalkulierte August Ferdinand 2028 Taler, zu dem es aber nie kam. Die Grundsubstanz wäre erhalten geblieben. Da die Orgel mit 33 Stimmen recht bescheiden für den großen Raum angelegt war, hätte der Umbau sicher eine positive Auswirkung auf die Klangfülle im Raum ausgeübt.

Bis 1911 blieb die gesamte Orgel von Veränderungen unbehelligt, bis in diesem Jahr Rühlmann einige Arbeiten vornahm. Dazu gehörte der Ersatz des Salicional 8’ durch Aeoline 8’. Später folgte der Einbau eines elektrischen Gebläses (eventuell 1922).[14] Der Winddruck lag seit dem bei 78 mm WS.[15] 1925 erstellte Adolf Wieber (Organist Moritzkirche), der sich später auch für die Disposition der Aula-Orgel der Universität verantwortlich zeichnete, ein Gutachten über die Dom-Orgel. Er beschreibt den Gesamtzustand als gut und lobt besonders den Untersatz 32’ sowie das 10 2/3’ Register im Pedal. Neben der Kritik an einzelnen Registern und ihrer Wirkung schlägt er vor, die mechanische Traktur gegen eine Pneumatische zu ersetzen, da bei gezogenen Koppeln die Spielart sehr unangenehm sei. Dabei könnte das ganze Werk nach hinten versetzt werden. Ein neuer Spieltisch hätte den Vorzug, dass der Organist nicht mehr mit dem Rücken zur Gemeinde spielt. Er empfiehlt des Weiteren den Einbau eines dritten Manuals mit neuem Werk und zusätzlichen Registern, wobei das Werk des zweiten und dritten Manuals schwellbar werden sollte.[16] Diese Vorschläge wurden nicht umgesetzt.

1937 berichtet der Domorganist Ernst erneut vom Zustand des Instruments.[17] Mittlerweile waren schon Holzpfeifen derart vom Holzwurm befallen, dass sie teilweise nicht ansprachen, die Traktur reagierte nicht mehr präzise und die Presse urteilte ebenfalls bereits negativ über die Schwäche des Pedals und fehlende Aliquoten im zweiten Manual.[18] Aus diesem Grund befürwortet er einen gänzlichen Neubau. Er suchte weitere Gründe in der Bedeutung des Doms als ehemalige Wirkungsstätte Händels, wozu man zu einem musikkulturellen Beitrag verpflichtet sei, dies aber mittels des alten Instruments nicht bewerkstelligen kann. Zu jener Zeit stand nach Ernsts Aussage die Orgel bereits unter Denkmalschutz, wodurch ein völliger Abriss undenkbar war. Somit sprach er sich für einen tief greifenden Umbau aus, bei dem lediglich die Schleifladen übrig geblieben wären. Diesem Bericht folgten unzählige Gutachten und Zustandsbeschreibungen, die auf einen starken Umbau bis hin zu einem Neubau abzielten. Vorgegebener Grund war die exponierte Stellung des Doms durch die Organistentätigkeit Händels, die aber objektiv nichts mit der Wäldner-Orgel zu tun hatte (höchstens mit der Förner-Orgel). Man sah sicherlich eine Chance, innerhalb der Orgelbewegung, die sich dem barocken Klangtyp verpflichtet sah, eine moderne Orgel anschaffen zu können. Im Grunde kannten die Gutachter die Bedeutung des Instrumentes, zumal es mittlerweile zu einem der ältesten Werke Halles zählte. So recht schien sich aber keiner für den gänzlichen Erhalt der Orgel aussprechen zu wollen. Durch den Zweiten Weltkrieg wurden alle Vorhaben gestoppt, aber nicht der Holzwurm, gegen den man bis dahin nichts Grundlegendes unternahm. Kaum war der Krieg vorbei, ging die Gemeinde das immer noch offen stehende Problem an. Hierzu lieferte Fritz Jandeck einen Kostenanschlag, der eine Reinigung, Holwurmschutzbehandlung und Dispositionsänderung vorsah.[19] Der Untersatz 32’ sollte gegen eine 4fach Mixtur (Hintersatz, aus Cornett) ausgetauscht werden; die dadurch übrigen Pfeifen als Ersatz defekter Subbasspfeifen dienen. Er beabsichtigte Violon 16’ durch eine Doppelflöte 8’ zu ersetzen, die Gedacktquinte 5 1/3’ vom ersten Manual ins Pedal zu versetzen und Salicional 4’ zu Oktav 2’ und Salicional 8’ zu Nachthorn 2’ umzuarbeiten.[20] Im zweiten Manual wollte Jandeck Bordun 16’ in Quintade 16’ und Geigenprinzipal 8’ in Nachthorn 4’ ändern. Jandeck schlug vor, weitere Register umzuintonieren, defekte Pfeifen zu reparieren und gemischte Stimmen aufzuteilen (z.B. Cornett zu Hintersatz 4fach und Terz 1 3/5’). Den Anschlag verwirklichte Jandeck 1946 in abgewandelter Form. Damit war der erste Schritt unternommen, das Werk irreversibel zu verunglimpfen. Immerhin ging das einstmals gerühmte und einzige 32’ Register der Wäldnerschen Werkstatt verloren. Aus dem Jahr 1951 ist ein Gesuch der Gemeinde an das Konsistorium erhalten, in dem es um die Bewilligung einer Erneuerung der Domorgel geht, das ein Instrument mit bis zu 70 Registern vorsieht. Man stellte sich eine Erweiterung des Werks auf vier Manuale vor, zudem die Versetzung auf der Empore nach hinten. Für die Arbeiten wurden Gerhard Kirchner in Weimar und Sauer in Frankfurt vorgeschlagen. Interessant ist der Hinweis zum Winddruck, der 1951 72 mm WS betrug.[21]

Kirchner nahm in so gravierender Weise Veränderungen vor, von denen sich die Orgel bis heute nicht erholen konnte. 1956 wurde dazu die komplette Orgel abgetragen und in der Werkstatt überarbeitet. Erhalten ist hierzu der Kostenvoranschlag Kirchners vom 1.4.1951, der als Anhaltspunkt dienen soll.[22] An erster Stelle stand die Überarbeitung des Pedalwerkes mit aller angeschlossenen Apparatur. Windladen, Traktur und Pfeifenwerk sollten überarbeitet werden. Der Tonumfang wurde hierbei um drei Halbtöne von d’ auf f’ erweitert. Dazu baute Kirchner ein neu angefertigtes Pedal in den Spielschrank, was bis heute verhindert, die Türen schließen zu können. Außerdem mussten die Traktur und die Windladen erweitert werden. Dies wurde auf riskante Art hergestellt. Da der Holzwurm alle Holzteile stark befallen hatte, war es angeblich unumgänglich, bestimmte Register neu anzufertigen. Dazu zählten: Gedacktbass 8’, Subbass 16’ und Prinzipalbass 16’. Die Posaune 16’ sollte neue Stimmkrücken erhalten. Dieweil nichts vom Ersatz der Holzbecher geschrieben steht, wurde wohl die Posaune schon vorher ersetzt, da sie zu diesem Zeitpunkt, ähnlich wie alle anderen Holzregister, vom Holzwurm hätte stark befallen sein müssen (siehe oben, 1922). Kirchner sah den Zubau von Gemshorn 8’ und Quintade 4’ in das Pedal vor, was scheinbar nicht realisiert wurde. Die Manualwerke sollten ebenfalls stark überarbeitet werden. Der Tonumfang wurde zwar beibehalten, die Klaviaturen aber ersetzt. Wünschenswert wäre gewesen, die inverse Farbgebung der Tastatur mit schwarzen Untertasten und weißen Obertasten beizubehalten, da gerade dies, im Gegensatz zu August Ferdinand, Markenzeichen Friedrich Wilhelms war.

Eine Rekonstruktion der Provenienz des Pfeifenwerkes ist für das Manual bis heute schwierig. Der Kostenvorschlag Kirchners liefert durch die fehlende Rechnung nur Indizien für das Vorhaben. So ist laut Gutachten von 1980 das Hauptwerk größten Teils mit Wäldner-Material besetzt, was aber dem Vorhaben Kirchners widerspricht. Er beabsichtigte die Kerne des Praestant 16’ (Rühlmann 1922?) auszuwechseln, Hohlflöte 8’ durch Dulzianflöte 8’ zu ersetzen und eine Spitzflöte 4’ einzubauen. Weder Dulzianflöte noch Spitzflöte 4’ sind zu finden. Weitere Register des Hauptwerks sollten umintoniert werden. Das Oberwerk gestaltet sich in seiner Rekonstruktion noch schwieriger. Hier finden sich kaum Übereinstimmungen zwischen heutiger Disposition und der Absicht Kirchners. Eine Ausführung macht an dieser Stelle daher kaum Sinn. Neben den Dispositionsänderungen erhielt das Instrument einen Tremulant, der scheinbar nie wirklich funktionierte. Auch die Windversorgung wurde geändert.

Am 30.12.1972 stellte Voigt, Bad Liebenwerda, dem Dom Kosten (neben Reparaturarbeiten) für eine Buntzimbel, für Umsetzung der Spitzflöte 2’ aus dem zweiten Manual auf die Schleife der Hohlflöte 8’ im ersten Manual und für eine neue Oktave 2’ als Ersatz der nun fehlenden Spitzflöte für das zweite Manual in Rechnung.[23] Die Buntzimbel Voigts ersetzte wahrscheinlich das Nachthorn 2’ von Jandeck.

Die untenstehende Disposition entspricht der heutigen. Christian Wegscheider, der das Instrument in der Vergangenheit begutachtet hat, legte einige Register still, die kaum spielbar waren und entfernte aus der Pedalklaviatur die zugefügten Töne Kirchners. Der Zustand der Orgel ist schlecht, obwohl der größte Teil des Pfeifenwerks spielbar ist. Einige Töne setzen allerdings vollständig aus oder sprechen nur sehr spät an. Die Traktur ist ausgespielt und schwergängig. Eine Restauration ist beabsichtigt. Auch wenn die meisten, vor allem die wichtigen Register verloren sind (Zungen, Untersatz), lohnt sich die Wiederherstellung, da es sich um das größte Instrument der Wäldnerschen Werkstatt handelt und Zeugnis der mitteldeutschen Orgelromantik ist. Hierfür könnten Teile anderer Wäldner-Orgeln benutzt werden, wenn die entsprechenden Gemeinden zustimmen. Der Verfasser denkt insbesondere an das Unterfarnstädter Werk, welches noch besondere Register in ihrem Originalzustand enthält. Ob der dortige Verein eine Restauration aus eigener Kraft schafft, wäre zu prüfen. Bevor aber diese Orgel den Witterungsbedingungen weiter ausgeliefert ist, könnte eine Umsetzung bzw. der Ausbau und die Weiterverwertung des Werkes für die Dom-Orgel in Erwägung gezogen werden. Eine andere in Frage kommende Orgel wäre das Kleinosterhausener Instrument. Die kleine Kirche wird lediglich zu Weihnachten benutzt. Die Zukunft des einmanualigen Werkes ist ebenfalls ungewiss.

In der Domorgel konnte eine Beobachtung vom Verfasser gemacht werden, die die Quellen, dass Sohn und Onkel das Werk vollendet haben, bestätigen. So sind die Pedalladen in der Konstruktionsweise auf August Ferdinand zurückzuführen, da sie aufgesetzte Spundbretter besitzen. Eventuell wurde dann auch das Pfeifenwerk von ihm gefertigt, sodass für eine Restauration der Dom-Orgel auch Teile anderer Orgeln August Ferdinands verwendet werden könnten (für Pedal). In Frage käme dafür die Orgel in Zscherben.

Disposition (1851)[24]

 

Hauptwerk C-f³

 

 

Oberwerk C-f³

 

 

Pedal C-d¹

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Principal

16’

 

Bordun

16’

 

Untersatz

32’

Principal

8’

 

Geigenprincipal

8’

 

Principalbaß

16’

Viola di Gamba

8’

 

Salicional

8’

 

Violonbaß

16’

Hohlflöte

8’

 

Gedakt

8’

 

Subbaß

16’

Rohrflöte

8’

 

Flauto traverso

8’

 

Rohrquinte

10 2/3’

Gedaktquinte

5 1/3’

 

Flauto amabile

4’

 

Gedaktbaß

8’

Principal

4’

 

Geigenprincipal

4’

 

Principalbaß

8’

Rohrflöte

4’

 

Salicional

4’

 

Principalbaß

4’

Quinte

2 2/3’

 

Gedakt

4’

 

Posaune

16’

Principal

2’

 

Spitzflöte

2’

 

 

 

Mixtur

2f. 2’

 

Scharf

4f. 1 1/2’

 

 

 

Cornet

4f. 2’

 

 

 

 

 

 

Trompete

8’

 

 

 

 

 

 

                           

 

Disposition (seit 1972)[25]

 

Hauptwerk C-f³

 

 

Oberwerk C-f³

 

 

Pedal C-f¹

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prästant

16’

 

Quintatön

16’

 

Prinzipalbaß

16’

Prinzipal

8’

 

Hohlflöte

8’

 

Subbaß

16’

Gamba

8’

 

Gedackt

8’

 

Oktavbaß

8’

Rohrflöte

8’

 

Engprinzipal

4’

 

Gedacktbaß

8’

Oktave

4’

 

Rohrflöte

4’

 

Choralbaß

4’

Kleingedackt

4’

 

Holznasat

2 2/3’

 

Bassflöte

2’

Quinte

2 2/3’

 

Prinzipal

2’

 

Hintersatz

4f.

Oktave

2’

 

Quinte

1 1/3’

 

Posaune

16’

Spitzflöte

2’

 

Sifflöte

1’

 

Rankett

16’

Terz

1 3/5’

 

Scharff

4f.

 

 

 

Buntzimbel

3f.

 

Krummhorn

8’

 

 

 

Mixtur

5f.

 

 

 

 

 

 

Trompete

8’

 

 

 

 

 

 

                       

 

 

 

[1] Vgl. Serauky, Halle 1939, Bd. 2,1, S. 273.

[2] Vgl. ebd.

[3] Vgl. Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Akte 515 Bd. 1.

[4] Vgl. Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Akte 515 Bd. 3.

[5] Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Akte 515 Bd. 3, Brief vom 8.12.1843.

[6] Vgl. Urania, 1851, Nr. 10, S. 113.

[7] Vgl. ebd., Kostenanschlag vom 10.12.1845.

[8] Vgl. ebd., Vertrag vom 12.7.1847.

[9] Vgl. Urania, 1851, Nr. 10, S. 115.

[10] In der Urania ist von Mai 1851 die Rede. (Vgl. Urania, 1851, Nr. 10, S. 113.)

[11] Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Aktenordner, Brief vom 16.6.1950 vom Domorganist Klaus Ehricht.

[12] Ebd., Akte 515 Bd. 3, Kostenanschlag vom 28.9.1874.

[13] Serauky, Halle 1942, Bd. 2,2, S. 508 (=Hallisches patriotisches Wochenblatt 1844, S. 132)

[14] Die Angabe 1922 bezieht sich auf das Gutachten vom 18.11.1980 vom Domorganisten und Orgelsachverständigen des Landeskirchenamts Sachsen Günter Metz, Zwickau. Er nimmt außerdem an, dass die Trompete 8’ im HW und die Posaune 16’ im Pedal 1922 ebenfalls von Rühlmann ausgetauscht wurden, wofür der Verfasser aber keinen Hinweis in den Quellen gefunden hat.

[15] Vgl. Orgelfragebogen Halle, Dom, 1936. (Eventuell späterer Nachtrag)

[16] Vgl. Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Akte 515 Bd. 4, Gutachten von Adolf Wieber, undatiert, wahrscheinlich nach Mai 1925.

[17] Vgl. ebd., Aktenordner, Brief vom 5.2.1937 vom Domorganist Ernst.

[18] Vgl. Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Aktenordner, Brief vom 5.2.1937 vom Domorganist Ernst.

[19] Vgl. ebd., Aktenordner, Kostenanschlag vom 1.2.1946 von Fritz Jandeck.

[20] Diese Quelle ist nicht nachvollziehbar, da doch Rühlmann 1911 das Salicional 8’ schon gegen eine Aeoline 8’ ausgetauscht haben soll (lt. Orgelfragebogen).

[21] Vgl. Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Aktenordner, Gesuch vom 19./22.11.1951.

[22] Vgl. ebd., Kostenanschlag vom 1. April 1951.

[23] Vgl. Acta der königlichen Schloss- und Domkirche zu Halle, betreffend der Orgel der Domkirche, deren Reparatur und demnaechstiger Neubau. Aktenordner, Rechnung vom 30.12.1972.

[24] Urania, 1851, Nr. 10, S. 114.

[25] Brandt, Halle 1999, S. 7.

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